Blumengarten Monat Oktober

Wenn ein Garten in einer sehr windreichen Gegend liegt, sollte man sich zum Anlegen von Windschutzhecken entschließen. Die Hecken sollten aber den Wind nicht aufhalten, sondern nur seinen Druck vermindern. Darum sind völlig dichte Hecken für diesen Zweck ungeeignet. Sie würden den Wind nach oben lenken, können aber nicht verhindern, das er von dort wieder ungebrochen in den Garten einfällt. Lichte Hecken bremsen den Wind so, das er nur mit halber Stärke durch den Garten weht. Windschutzhecken müssen immer rechtwinkligzur Hauptwindrichtung stehen. Zur Anlage einer Windschutzhecke eignen sich vor allem Gehölze mit aufrechtem Wuchs. Da die Windschutzhecke einen Streifen Gartenland beansprucht, kommen für kleine Gärten nur Pflanzen in Frage, die sich nicht breit entwickeln.

Für Hecken zum Formschnitt und auch für Windschutzhecken liegt im Oktober die beste Pflanzzeit, sofern es sich um laubabwerfende Pflanzen handelt. Immergrüne Heckenpflanzen, insbesondere Nadelgehölze, pflanzt man besser Ende April oder im August.

Der Streifen Erde, auf den die Hecke gepflanzt werden soll, muß mindestens zwei Spatenstiche tief bearbeitet werden. Da die Hecken jahrzehntelang stehen bleiben, muß die Erde der Pflanzstelle beim bearbeiten vor allem mit Humus angereichert werden. Darum arbeitet man in den oberen Spatenstich reichlich verrotteten Stallmist oder Torf ein. Komposterde verrichtet den gleichen Zweck. Wenn die Erde zum Sauerwerden neigt, streut man nach der Bodenbearbeitung Kalk auf und hackt ihn oberflächlich ein.

Die Heckenwurzeln müssen gut bewurzelt sein und je nach Pflanzgattung 5 bis 8 kräftige Triebe haben. Es handelt sich in der Regel um 2 bis 3 jährige Pflanzen. Ältere wachsen schwer an und es kann zu ausfällen kommen, was auch bei zu schwachen schlechtbewurzelten passieren kann. Je gleichmäßiger Heckenpflanzen beschaffen sind, um so besser läßt sich mit ihnen eine lückenlose Hecke aufbauen.

Die Wurzeln der Heckenpflanzen sind bis zum Pflanzen gegen Austrocknen zu schützen. Das ist vorallem beim Transport von der Baumschule bis zur Pflanzstelle zu beachten. Man sollte sich genug Säcke mitnehmen. Sie sind naß auf die Wurzeln zu legen. Wer nicht sofort pflanzt, muß die Wurzeln in feuchte Erde einschlagen.

Wer recht bald eine breite Hecke erzielen will, muß zweireihig pflanzen. Im allgemeinen genügt eine Reihe. Bei einreihigen Pflanzen genügen je laufenden Meter 5 Stück. Zweireihig gepflanzt benötigt man 6 bis 8 Stück. Die Stückzahl richtet sich auch nach der Stärke der Pflanzen. Weniger als angegeben darf man auf keinen Fall nehmen. Besser eine mehr als zu wenig.

Heckenpflanzen müssen recht fest und dürfen nicht tiefer gepflanzt werden, als sie in der Baumschule gestanden haben. In bezug auf die Tiefe machen Liguster eine Ausnahme. Man kann sie bis zur unteren Verzweigung einpflanzen.

Nach dem Pflanzen und Angießen wird die Hecke dem ersten Schnitt unterworfen. Damit die Gießwasser nicht wegläuft, erhöht man die Ränder der Pflanzstellen etwas. Über den Pflanzschnitt kann man im April nachlesen.

Wie allen frischgepflanzten Gehölzen, sollte man auch den Hecken eine Bodenbedeckung geben. Der Frost kann dann nicht so schnell und so tief eindringen. Außerdem hält sich die Bodenfeuchtigkeit länger, die zum Einwachsen der Heckenpflanzen unbedingt nötig ist. Als Material zum Bedecken der Erde kann man bei Hecken unbedenklich Laub verwenden, wie es im Herbst anfällt.

Empfindliche Ziersträucher, die man besser im Frühjahr pflanzt, sind unter anderen Sommerflieder (Buddleja), Edelginster (Cytisus) und Johanneskraut (Hypericum). Sie müssen bei der Herbstpflanzung besonderen Schutz erhalten. Aus demselben Grunde sollten auch die nachstehenden Schling - und Klettergewächse erst im Frühjahr gepflanzt werden: Waldrebe (Clematis), Osterluzei (Aristolochia), Knöterich (Polygonum) und Glyzine (Wistaria).

Von einigen Ausnahmen abgesehen, liegt im Monat Oktober die beste Pflanzzeit für Ziersträucher. Wenn die Pflanzen bis Mitte Oktober in die Erde kommen, entwickeln sie bis zum Eintritt stärkerer Fröste noch soviel Faserwurzeln, das das Wachstum im Frühjahr gleich stark einsetzt. Das gilt auch für die robusten Schling - und Klettergewächse wie Efeu, Wilder Wein und Jelängerjelieber (Lonicera).

Jedem Zierstrauch müssen wie soviel Platz einräumen, das er sich seiner Wuchsform entsprechend entwickeln kann. Außerdem sind die möglichen Höhen zu berücksichtigen, damit die niedrigen Sträucher von den höheren nicht unterdrückt werden. Frischen Stallmist arbeitet man bei Neupflanzungen von Ziersträuchern nicht in den Boden ein, sondern verwendet ihn besser als Bodenbedeckung.

Alle im Herbst gepflanzten Ziersträucher schneidet man etwas zurück, damit das Gleichgewicht zwischen ober - und unterirdischen Teilen einigermaßen hergestellt wird. Je nach Wuchskraft nimmt man alle Triebe auf 2 Drittel oder die Hälfte ihrer Länge zurück. Schwachwachsende werden stärker zurückgeschnitten als starkwachsende.

Das Pflanzen der Rosen ist im Oktober möglich, wenn dabei die nötigen Schutzmaßnahmen getroffen werden. Meist pflanzt man die Rosen im April. Die Mitte Oktober gepflanzten bilden aber schon neue Wurzeln, bevor der Boden durchfriert. Darum treiben sie auch im Frühjahr stärker aus als erst dann gepflanzte. Die Schutzmaßnahmen bitte unter Rosenhochstämme nachlesen.

Der Pflanzabstand muß bei Hochstammrosen 75 bis 100 cm betragen. Bei Buschrosen genügen 40 bis 50 cm. In mehreren Reihen gepflanzt, läßt man zwischen jeder einen Abstand von 60 bzw. 100 cm.

Buschrosen pflanzt man so tief, das die Veredelungsstelle gerade mit Erde bedeckt ist. Hochstammrosen werden schräg, also nicht senkrecht gepflanzt. Das schräge Einpflanzen der Hochstammrosen erleichtert das Niederlegen und verhindert Bruch. Der Winkel zum Erdboden muß etwa 60° betragen. Festes Einpflanzen und anschließendes Gießen gewährleisten bei Rosen das sichere einwachsen. Die beim Roden verletzten Wurzeln kürzt man vor dem Pflanzen mit einem scharfen Messer etwas ein.

Die Triebe der im Oktober gepflanzten Rosen schneidet man erst im Frühjahr auf den endgültige Länge zurück. Nach dem Pflanzen kürzt man sie um etwa ein Viertel ihrer Länge. Beim sofortigen normalen Schnitt besteht die Gefahr, das sie im Laufe des Winters noch weiter zurückfrieren.

Rosenstämme werden im Anschluß an das Pflanzen umgelegt und ihre Kronen mit Erde bedeckt. Die Buschrosen häufelt man stark an. Damit die Kronen fest liegen, heftet man sie mit einem Holzhaken (Astgabel) am Boden an. Erde wird soviel aufgebracht, das die Triebe der Kronen allseitig etwa 10 cm bedeckt sind. Die Stämme kann man ebenfalls mit Erde bedecken. Es genügt aber auch, wenn sie durch aufgelegte alte Säcke oder Fichtenzweige geschützt werden. Zum Anhäufeln der Buschrosen nimmt man am besten Komposterde und nicht die Erde in unmittelbarer Nähe der Pflanzstelle. Die Wurzeln könnten sonst unter Frost leiden. Die Hügel müssen so hoch sein, das etwa 15 cm der unteren Triebteile geschützt sind.

Gegen Ende Oktober muß man auch die schon längere stehenden Rosen mit dem Winterschutz versehen. Dabei ist wie oben angegeben vorzugehen. Auch die Triebe dieser Rosen darf man nur etwas kürzen und auf keinen Fall entgültig zurückschneiden.

Zum Verdecken unschöner Stellen im Garten ist die Parkrose "Rosa rugosa" besonders gut geeignet. Sie baut sich schön buschig auf und erfreut uns mit ihren großen zahlreich erscheinenden, einfachen rosa Blüten. Von besonderem Wert sind ihre großen Hagebutten, die man nutzbringend im Haushalt verwendet werden kann.

Sobald das Laub einsetzt, muß man die Rasenflächen mindestens alle 2 Tage abharken. Dazu kann man ein Drahtbesen (Fächerbesen) benutzen. Wer das Laub auf dem Rasen liegen läßt, muß mit Faulstellen rechnen.

Ab Mitte Oktober wird der Rasen letztmalig geschnitten, damit er gut durch den Winter kommt. Bei dieser Gelegenheit sticht man auch die etwa vorhandenen Unkräuter aus. Außerdem muß das abgemähte Gras sorgfältig abgeharkt werden. So behandelte Rasenflächen machen auch im Winter einen guten Eindruck.

Das Teilen und Pflanzen robuster Stauden kann man bis zum Eintritt von Frostwetter auch im Oktober noch vornehmen. Zu den robusten Stauden gehören vor allem die Goldrute, Herbstastern und auch die Rudbeckien. Es ist aber angebracht, die Erde nach dem Pflanzen mit einer Bodendecke aus verrottetem Stallmist oder Torf zu versehen.

Im Steingarten ist dafür zu sorgen, das vor allem die wintergrünen Stauden nicht mit verwehtem Laub bedeckt sind. Für diese Pflanzen ist das Laub immer gefährlich, vor allem, wenn es naß auf ihm liegt. Fäulnis ist dann meist unvermeidlich. Beim entfernen des Laubes zieht man auch gleich etwas vorhandenes Unkraut aus dem Boden. Das leicht erfrierende Franzosenkraut ist genauso gefährlich wie verwehtes Laub, sofern es sich nach dem Erfrieren auf die wintergrünen Pflanzen legt.

Die Dahlienknollen sollte man aus der Erde nehmen, sobald die oberirdischen Teile durch Frost unansehnlich geworden sind. Die Knollen dürfen beim Ausgraben nicht beschädigt werden, weil sie sonst auf dem Winterlager faulen. Darum verwendet man keinen Spaten, sondern eine Grabegabel. Die Erde zwischen und an den Knollen wird entfernt. Die oberirdischen Teile sind bis auf einen Rest von 10 cm abzuschneiden. So behandelt, bringt man die Knollen in einen luftigen, trockenen Raum zum Abtrocknen. Er muß aber frostfrei sein.

Nur gut abgetrocknete Dahlienknollen darf man an den endgültigen Überwinterungsort bringen. Er muß kühl, aber frostfrei und darf nicht zu feucht sein. Dort kann man sie auch in einem Haufen aufsetzen. Dabei ist darauf zu achten, das die Knollenhälse frei bleiben. Wenn kein völlig frostfreier Raum zur Verfügung steht, kann man die Dahlienknollen in trockenen Torf einschichten. Die umhüllende Torfschicht muß aber etwa 20 cm stark sein. Beim Einwintern dürfen keine Blatt - oder sonstige Reste an den Triebstümpfen vorhanden sein.

Sobald gegen Ende Oktober stärkere Fröste bevorstehen, sind auch die spätblühenden Gladiolensorten aus der Erde zu nehmen. Man darf auf keinen Fall warten, bis der Boden gefroren ist. Was beim Roden und Trocknen zu beachten ist, kann man im September unter Ausgraben der Gladiolenknollen nachlesen.

Von der Ruhmeskrone (Gloriosa) muß der Wurzelstock ausgegraben werden, sobald die oberirdischenTeile im Absterben sind. Die fleischigen Rhizome des Wurzelstockes muß man so vorsichtig ausgraben, das sie keine Verletzungen erleiden. Darum eine Grabegabel verwenden. Sie sind gut abzutrocknen und werden dann in Torf (trocken) eingeschlagen. Der Überwinterungsort muß 20 Grad warm sein.

Das Blumenrohr (Canna) muß man nach dem ersten stärkeren Nachtfrost aus dem Boden nehmen. Die Erde am rhizomartigen Wurzelstock wird dabei nicht abgeschüttelt. Die oberirdischen Teile schneidet man bis auf einen Rest von 10 cm ab. Alle Blattreste sind zu entfernen. Der Aufbewahrungsort darf nicht zu kühl sein. Am besten überwintert das Blumenrohr bei 10 bis 12 Grad. Die Wurzelstöcke kommen so in das Winterlager, wie sie ausgegraben wurden und werden vorher nicht getrocknet.

Die Knollen der Montbretien (Crocosmia) können über Winter in der Erde bleiben, wenn man ihnen eine etwa 25 cm starke Winterschutzdecke gibt. An Ort und Stelle belassen, blühen sie am reichsten. Wer sie aus der Erde nimmt, muß sie wie die Gladiolen behandeln, siehe in September unter Ausgraben der Gladiolenknollen.

Die Zwiebeln bzw. Knollen der Sterngladiolen (Acidanthera), Tigerblume (Tigridiva), Jakobslilie (Sprekelia), des Milchsterns (Ornithogalum thyrsoides) und der Fresien (Fressia) sind aus der Erde zu nehmen, bevor der Boden frosthart wird. Sie werden wie die Gladiolen siehe oben behandelt und ebenso überwintert. Eine Ausnahme bildet die Sterngladiole. Ihr Aufbewahrungsort muß Temperaturen von etwa 20 Grad aufweisen.

Winterastern (Chrysanthemum indicum) darf man nicht im Herbst teilen und umpflanzen, sondern erst im Frühjahr. Bei im Herbst geteilten und gepflanzten treten in strengen Wintern oft starke Verluste auf, so das große Lücken entstehen.

Das Einpflanzen der Tulpenzwiebeln sollte bis Mitte Oktober beendet sein. Das gilt auch für alle anderen in September erwähnten Blumenzwiebeln.

Bei den Freiland - Alpenveilchen muß man den Winterschutz recht sorgfälltig durchführen. Das beste sind Kiefernnadeln. Für einen normalen Winter genügt eine 5 cm starke Schicht, die man mit doppelt gelegten Fichtenzweigen verstärkt.

Home
Gartentagebuch
Blumengarten