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Blumengarten Monat Juni
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Bei Rosenhochstämmen ist laufend zu kontrollieren, ob sie gegen Windbruch gesichert sind. Dazu gehört nicht nur die Untersuchung der Befestigungsstellen, sondern auch die Kontrolle der Pfähle. Das ist vorallem bei mehrmals gebrauchten wichtig. Sie brechen oft dicht am Erdboden ab. Rosenhochstämme sind so fest an den Pfahl zu binden, das auch bei starkem Wind keine Reibstellen entstehen können.Damit die Rosen nach der 1. Blütezeit schnell wieder den 2. bringen können, darf man beim Schneiden der Blüten die Triebe nicht zu stark kürzen. Vor allem darf nicht der ganze Jahrestrieb abgeschnitten werden. Der neue Austrieb müßte sich dann aus den nur schwach entwickelten oder schlafenden Augen aufbauen. Als Anhalt dient, das man die Blütenstiele nur bis zum 1. starken Auge abschneidet.Wer seine Rosenblüten an der Pflanze er - und verblühen läßt, darf den Zeitpunkt zum Entfernen der unansehnlichen gewordenen Blüten nicht verpassen. Je länger sie an den Pflanzen bleibt, um so mehr verzögert sich der Neuaustrieb und damit der Beginn der 2. Blütezeit. Darum sollte man sie nicht lange am Stock lassen.Auch an den Kletterrosen schneidet man die verblühten Blütenbüschel beizeiten ab. Dabei ist darauf zu achten, das die diesjährigen Langtriebe nicht beschädigt werden. Man darf sie auf keinen Fall zurückschneiden. Ende Juni sind sie oft schon so lang, das Anheften nötig wird.Zur Förderung des 2. Austriebes gibt man allen Rosen eine ausgiebige Nährstoffmenge. Der zu verwendende stickstoffreiche Volldünger wird am besten trocken um die Pflanzen ausgestreut und leicht eingehackt. Bei Regenmangel bringt man die Nährstoffe durch nachfolgendes Gießen in den Wurzelbereich. Da die wichtigsten Volldünger zwar kalireich, aber stickstoffarm sind, ist ein Zusatz von Kalkammonsalpeter anzuraten.Zur Bekämpfung der Rosenschädlinge und - krankheiten bitte unter Mai (dem Auftreten des Mehltaus an Rosen und unter der Befall durch die Rosentriebbohrer) nachzulesen. Bei heißem Wetter breiten sich Blattläuse sehr schnell aus. Man darf nicht vernachlässigen, sie zu bekämpfen. Vor allem sind die Triebspitzen laufend zu beobachten, weil sich die Läuse dort zuerst festsetzen. Einstäuben hift schnell und sicher.Echten Mehltau und die Spinnmilben (Rote Spinne) kann man bei Rosen in einem Arbeitsgang bekämpfen. Dazu muß man Schwefelpräparate verwenden. Das Einstäuben der befallenen Pflanzenteile mit gemahlenem Schwefel ist oft einfacher als das Anwenden von Spritzmitteln. Wenn das Stäubemittel gut wirken soll, müssen Temperaturen über 20 Grad herrschen. Spritzbrühen nicht bei starkem Sonnenschein auf die Pflanzen bringen.Bei heißem Wetter tritt an den Gladiolen der gefürchtete Gladiolen - thrips auf, der die Weiterentwicklung der Pflanzen in Frage stellen kann. Sobald man an den Gladiolen schwarze, etwa 1mm lange strichförmige Insekten feststellt, ist mit Sicherheit anzunehmen, das es sich um Thrips (Blasenfuß, Schwarze Fliege) handelt. In ihrer Gesellschaft befinden sich die gelben Larven von ähnlicher Form. Der Gladiolenthrips schädigt bei starkem Auftreten nicht nur die Gladiolenblätter, sondern auch die Blütenstände schon im Knospen - zustand. Sie kommen dann gar nicht zum Aufblühen. Zum bekämpfen dieses Schädlings eignen sich in erster Linie Spritzmittel. Da sie an den Gladiolenblättern schlecht haften, muß der Spritzbrühe ein Haftmittel zugesetzt werden. Das Spritzen ist in wöchentlichen Abständen zu wiederholen, bis keine lebenden Blasenfüße mehr festzustellen sind. Wo schon im Vorjahr an den Gladiolen Thrips beobachtet wurde, sollte man vorbeugend spritzen, sobald die Gladiolentriebe 18 bis 20 cm lang sind.Mit dem intensiven Gießen der Gladiolen sollte man erst beginnen, wenn sich die Blütentriebe aus der Knolle herausgeschoben haben. Das ist leicht festzustellen, indem man die flachen Seiten der Gladiolentriebe zwischen Daumen und Zeigefinger nimmt. Vom Erdboden nach oben fühlend, merkt man an einem Absatz, wie weit der Blütentrieb ist. Ist kein Absatz festzustellen, dann sitzt er noch zu tief.Um im September Gladiolen in Blüte zu haben, kann man in den 1. Junitagen noch Knollen auslegen. Dazu muß man aber größere Knollen nehmen, weil die kleinen meist mehr Zeit zur Entwicklung benötigen. Ihre Blüte würde in den Oktober fallen und durch Frühfröste gefährdet sein. Wie Gladiolenknollen gelegt werden, könnt ihr im April nachlesen.Hohe Dahliensorten müssen gegen Windbruch geschützt werden. Deswegen bindet man sie an Pfähle. Wo noch keine Pfähle beim Pflanzen der Knollen gesetzt wurden, muß man sie nun so einschlagen, das die Knollen nicht beschädigt werden. Tiefes Eischlagen ist erforderlich, damit die Pflanzen einen ausreichenden Halt bekommen. Die länge der Pfähle ist so zu berechnen, das sie später nicht über die Dahlientriebe hinausragen. Zum Anbinden nimmt man möglichst starken Bindfaden.Riesenblumen erzielt man an Dahlien, wenn den in Mai gepflanzten Stecklingspflanzen (siehe unter Mai: Dahlien entwickeln sich..) nur der Haupttrieb belassen wird. Man unterdrückt nicht nur alle schwachen Triebe, sondern auch alle Seitentriebe des Haupttriebes. Das Experiment lohnt aber nur bei ausgesprochenen großblumigen Sorten.Hohe Stauden fallen meist auch in weniger windigen Gegenden auseinander, so das man ihnen vorsorglich entspechende Pfähle geben sollte. Das Anbinden ist so geschickt vorzunehmen, das die Pfähle gar nicht sonderlich bemerkt werden. Die Pflanzen nimmt man beim Anbinden nur leicht zusammen, damit die natürliche Wuchsform nicht verloren geht.Den Rittersporn (Delphinum), die Trollblume (Trollis) und den Feinstrahl (Erigeron), sollte man nach dem ersten Blütenflor sofort bis auf etwa 15 cm über den Boden zurückschneiden, damit der neue Austrieb angeregt wird. Diese Stauden blühen dann Anfang Herbst noch einmal. Nach dem Rückschnitt darf man aber das Gießen und Düngen nicht vergessen.Polsterstauden, deren Blüte im Laufe des Juni zu Ende geht, beschneidet man so, das ihr Umfang nicht über den ihnen zugedachten Platz hinausgeht. Der Schnitt ist vor allem bei älteren Pflanzen nötig. Wo die zu entfernenden auf der Erde aufliegenden Triebe schon Wurzeln haben, lassen sie sich gut zur Vermehrung verwenden. Sie werden gepflanzt, in der ersten Zeit feucht und beschattet.Das Umpflanzen und Teilen der im Frühjahr blühenden Stauden sollte man schon im Laufe des Juni vornehmen. Dabei ist zu beachten, was unter (März: starke Stauden und beim Teilen der Stauden) steht. Im Juni geteilte Stauden entwickeln sich bis zum Herbst so kräftig, das sie im kommenden Frühjahr den zugedachten Platz ausfüllen. Für Sonnenschutz muß solange gesorgt werden, bis die Teilpflanzen eingewachsen sind. Auch an Wasser darf es ihnen nicht fehlen.Das Blaukissen (Aubrieta), das Hornkraut (Cerastium) und der teppichbildende Phlox (Phlox subulata) lassen sich schlecht teilen, weil ihre Kriechtriebe nur sehr selten Wurzeln bilden. Ähnlich liegen die Dinge wie bei Enzian. Am besten nimmt man von ihnen kleine Triebbüschel und pflanzt sie in ein Frühbeet in gut mit Sand gemischte Komposterde. Das Frühbeet bleibt bis zur Bewurzelung der Triebe geschlossen und wird bei Sonnenschein beschattet. Zusammengestellte Glasscheiben sind Frühbeetersatz.In der heißen Jahreszeit kann man den Wasserhaushalt in der Staudenanlage durch regelmäßiges Hacken wesentlich beeinflussen. Das ist vorallem dort wichtig, wo die Wasserverdunstung nicht durch Bodenbedeckung vermindert wurde. Man darf es nicht zum verkrusten der Bodenoberfläche kommen lassen. Also nach jedem Regen und Gießen immer hacken.Wer sich besonders für Irissorten (Iris germanica) interessiert, sollte in Gärtnereien vorbei schauen. Sie haben meist so große Sortimente, das man immer wieder etwas Neues für den Garten vorfindet. Wer an Ort und Stelle aussucht, erspart sich manche Entäuschungen.Alle Neuaustriebe der Schlingpflanzen muß man von Zeit zu Zeit nachbinden, damit sie den ihnen zugedachten Platz nicht überschreiten. Das ist vorallem bei den starkwuchernden Schlingen (Polygonum aubertii) wichtig. Dabei leitet man sie so, das die damit besetzte Fläche gleichmäßig ausgefüllt ist und keine Fehlstellen entstehen.Bei Gießen des Staudengartens sollte man darauf achten, das die Blätter der Pflanzen nicht naß werden. Dann kann es auch nicht so leicht zu Blattkrankheiten kommen. Wenn man das nicht beachtet, leidet vorallem der Staudenrittersporn leicht unter Mehltau. Das ist auch bei den Sorten der Fall, die an sich gern diese Krankheit immun sind.Die wohlriechenden Wicken (Lathyrus) blühen am üppigsten, wenn man die im Verblühen begriffenen Blütenstände laufend entfernt. Da die Wicken zu den Selbstbefruchtern gehören, setzen sie regelmäßig Samen an. Die Ausbildung der Samen erfordert aber sehr viel Aufbaustoffe und diese fehlen den Pflanzen zum Entwickeln neuer Blütenstände.Die wohlriechenden Wicken kann man auch im Juni noch aussäen. Ihre Samen keimen bedeutend schneller, wenn man sie 24 Stunden in Wasser vorquellt.Anfang Juni ist im allgemeinen der günstigte Zeitpunkt zum Aussäen von Stiefmütterchen, Tausendschön und Vergißmeinnicht. Wer dazu ein Frühbeet vewendet und bis zum Aufgehen Fenster auflegen kann, kommt mit der Aussaat bis Mitte Juni zurecht. Beim fertigmachen des Saatbeetes ist es angebracht, in die obere Erdschicht etwas feinen feuchten Torf einzuarbeiten. Er trägt wesentlich zu guter Bewurzelung der Jungpflanzen bei.Die Samen von Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht und Tausendschön sind verhältnismäßig klein, was bei der Aussaat zu beachten ist. Zu dicht gesät, erhält man nur spärliche, lang aufgeschossene Jungpflanzen. Sie sind zum Pflanzen unbrauchbar. Darum sät man nicht mit der Tüte aus, sondern nimmt immer nur wenige Samen zwischen Daumen und Zeigefinger und läßt sie einzeln fallen. Der Raum zwischen den einzelnen Körnern sollte etwa 1 cm betragen. Zu dicht aufgegangen, muß verzogen werden, sobald die Sämlinge zu fassen sind.Wer sich von Stauden seine Jungpflanzen aus Samen selbst ziehen will, muß in den ersten Junitagen aussäen. Nur auf diese Weise erhält man bis zum Frühjahr starke Jungpflanzen, die im ersten Anbaujahr gute Blüten hervorbringen. Der Samen ist recht weitläufig auszusäen und das Aussaatbeet bis zum Aufgehen ständig feucht zu halten.Bevor man Blumenzwiebeln (Tulpen, Narzissen) aus der Erde nimmt, müssen die oberirdischen Teile restlos abgestorben sein. Erst dann haben sich die Zwiebeln vollständig entwickelt. Darum sollte man beispielsweise Tulpen auf keinen Fall vor Ende Juni roden. Jedes zu frühe Roden geht auf Kosten der nächstjährigen Blüte.Wer den vorgesehenen neuen Standort beim Roden der Blumenzwiebeln schon frei hat, kann sie sofort wieder in den Boden bringen. In diesem Fall braucht man die Zwiebeln nicht zu trocknen. Es werden nur die etwaigen Reste der alten entfernt. Die neuen Zwiebeln sortiert man am besten in zwei oder mehreren Größen. Auf diese Weise kann man die kleineren, nichtblühfähigen gesondert pflanzen. Nach einem Jahr sind sie meist zu blühfähigen herangewachsen.Um das beschädigen der Blumenzwiebeln zu vermeiden, nimmt man zum Roden eine Grabegabel und nicht den Spaten. Da die meisten Blumenzwiebeln tief im Boden stecken, muß man beim Roden gut beachten. Die Grabegabel also lieber etwas tiefer als nötig in den Boden drücken. Auch dadurch kann man das Verletzen der Zwiebeln verhindern.Nach dem Roden muß man die Blumenzwiebeln sehr gut trocknen, weil sonst beim Aufbewahren stocken und zugrunde gehen. Der Sonne setzt man sie aber möglichst nicht aus, sondern nimmt das Trocknen an einem schattigen, aber recht luftigen Ort vor. Dabei dürfen sie nur in einer Schicht ausgebreitet liegen. Die Unterlage muß trocken sein.Obwohl man Narzissen meist eine ganze Reihe von Jahren hintereinander im Boden läßt, sollten Tulpen alle 2 Jahre gerodet werden. Wurden während der Blütezeit Krankheiten an den Tulpen beobachtet, muß das Roden im gleichen Jahr vorgenommen werden. Sie müssen dann ein Platz erhalten, auf dem noch keine Tulpen oder andere Blumenzwiebeln gestanden haben. Krank erscheinende Zwiebeln darf man nicht wieder verwenden.Beim Lagern bis zur normalen Pflanzzeit siehe unter (Oktober: das einpflanzen der Zulpenzwiebeln) dürfen die Blumenzwiebeln auf keinen Fall feucht stehen. Die völlig trockenen Zwiebeln legt man am besten in flache Kisten in nicht mehr als 2 Schichten. Sollen die Kisten übereinander gestapelt werden, dann muß zwischen jeder ein 5 cm hoher Zwischenraum geschaffen werden. Der Lagerraum sollte etwa 20 Grad oder etwas darüber aufweisen. Die Zwiebeln also nicht im Keller, sondern auf dem Hausboden oder ähnlichen Raum lagern.Anfang Juni kann man noch sehr gut bewurzelte Stecklinge (auch Teilpflanzen) von winterharten Chrysanthemen pflanzen. Bei den sollte man die Triebspitzen nehmen, damit sie von Anfang an mehrtriebig wachsen. Man sollte auch nur Sorten anpflanzen, die spätestens im September blühen. Bei Spätblühern fallen die Blumen meist dem Frost zum Opfer. Alle winterharten Chrysanthemen (Winterastern) müssen einen Abstand von 25 x 25 cm erhalten.Die ersten Junitagen sind am geeignetsten, um Blumenbeete mit in Töpfen gezogenen Fuchsien, Pelargonien, Heliotrop und Freiland - pantoffelblumen zu bepflanzen. Mit der Ausnahme der Fuchsien wünschen alle einen sonnigen Standort. Für Perlagonien darf der Boden nicht zu nährstoffreich sein. Sie entwickeln sonst zu üppiges Blattwerk und blühen schlecht. Die Blüten der einfachen Sorten vertragen Regenwetter besser als gefülltblühende .Blühendes Löwenmaul setzt leicht Samen an, was auf Kosten des Blütenreichstums geht. Dazu darf es garnicht kommen. Darum alle im Verblühen begriffenen Blütentriebe entfernen. Die Pflanzen treiben dann meist noch einmal durch und blühen bis zum Herbst.Obwohl es von den Sommerastern welkenfreie Sorten gibt, leiden in manchen Jahren auch sie unter der Asternwelke. Da es sich dabei um eine sehr schwer zu bekämpfende Pilzkrankheit handelt, muß man alles vermeiden, was ihre Verbreitung fördert. Dazu gehört in erster Linie das Entfernen aller Pflanzen die auch nur die kleinste Welke - erscheinung zeigen. Die Welke beginnt sehr oft nur an einzelnen Pflanzenteilen. Nach und nach wird die ganze Pflanze zugrunde gerichtet. Die Asternwelke kann in jedem Wuchsstadium auftreten. Wer unter Asternwelke zu leiden hat, sollte 4 bis 5 Jahre keine Sommerastern anbauen. In dieser Zeit ist das Land mehrmals zu kalken.Sommerastern leiden im Juni häufig so stark unter Blattlausbefall, das sich alle Blätter stark kräuseln. Das behindert das Wachstum der Pflanzen. Aus diesem Grund muß man den Schädlingen zuleibe gehen, bevor Schaden ensteht. Die Läuse sitzen unter den Blättern. Darum müssen die Spritzbrühen oder Stäubemittel an die Unterseite der Blätter gelangen. |