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Blumengarten Monat Januar
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Zum Winterschnitt an Laubholzhecken muß man sich möglichst frostfreie Tage aussuchen. Schneidet man bei starkem Frost, dann kommt es meist zu Schäden, weil die Triebe spröde und brüchig sind. 1 bis 2 Grad unter Null sind nicht von Belangen. Hecken aus Blütensträuchern, wie beispielsweise Forsythien, dürfen im Winter nicht geschnitten werden, wenn man sich an ihren Blüten erfreuen will. Sie werden am besten gleich nach der Blüte in die richtige Form gebracht. Bei Liguster - und Weißbuchenhecken kann man den Winterschnitt ohne Bedenken vornehmen.Sind die Laubholzhecken unten mit der Zeit licht geworden, dann ist ein radikaler Rückschnitt das einzige Mittel, um diese Fehler zu korrigieren. Der Rückschnitt muß bis stark ins alte Holz durchgeführt werden, damit sich die Hecke neu aufbauen läßt. Wie tief er erfolgt, hängt von der Höhe der Hecke und von der Laubholzart ab, aus der sie besteht. Zum mindesten müssen die oberen zwei Drittel fallen, so das eine 1,20 m hohe Hecke nach dem Schnitt nur noch 0,40 m hoch ist. Alle Seitentriebe sind auf ein bis zwei Augen zu kürzen, Lückenhafte Hecken behandelt man ebenso. Die Lücken werden im zeitigen Frühjahr (März und April) durch Nachpflanzen mit kräftigen Pflanzen geschlossen. Bei Hecken aus immergrünen Gewächsen sollte man den radikalen Rückschnitt erst Ende März / Anfang April vornehmen.An einen Spalier oder einer Pergola kletternder Knöterich ( Poly - gonum aubertii ) wird an einem frostfreien Tag gründlich ausgelichtet. Dabei braucht man nicht kleinlich vorzugehen, denn der Knöterich verträgt auch einen starken Rückschnitt. Der Blütenreichtum wird dadurch nicht verringert. Ist der Knöterich unten kahl geworden, dann schneidet man ihn bis auf 40 / 50 cm über dem Erdboden zurück. Im zeitigen Frühjahr reichlich mit Nährstoffen versorgt, erreicht er seine vorherige Höhe sehr bald wieder.Blütensträucher, die ihre Knospen schon im Laufe des Sommers entwickelt haben, darf man im Winter nicht zurückschneiden. Dazu gehören in erster Linie, Flieder ( Syringa ), Forsythien ( Forsythia ), Glyzine ( Wisteria ), Goldregen ( Laburnum ), Seidelbast ( Daphne ), und Zierkirschen ( Prunus ). Bei ihnen beschränkt man sich im Winter auf das Auslichten. Überalterte Triebe werden dabei ganz entfernt. Wenn diese Sträucher zu groß sind oder aus einem anderen Grunde zu- rückgeschnitten werden sollen, dann muß man das am besten sofort nach der Blütezeit vornehmen.Blütensträucher, deren Blüten an kurzen Trieben erscheinen die im Frühjahr das vorjährige Holz hervorbringt, darf man nur wenig kürzen. Zu dieser Blütensträuchergruppe gehören unter anderen fast alle Spiersträucher ( Spiraea ), die Deutzien ( Deutzia ), Weigelien (Weigela) und der Schneeball ( Viburnum ). Wenn man bei ihnen die einjährigen Triebe etwas einkürzt, bringen sie zwar etwas weniger, aber recht kräftige Blütentriebe hervor.Im allgemeinem kürzt man aber nur, wenn die Form der betreffenden Sträucher etwas korrigiert werden soll. Sonst werden ältere Sträucher nur ausgelichtet und überalterte Triebe bis fast zum Erdboden zurückgeschnitten.Im Winter darf man nur die Blütensträucher stark zurückschneiden, die ihre Blüten an kräftigen Jahrestrieben entwickeln. Auch hier sollen nur die typischsten genannt werden. Die Säckelblume ( Cea - nothus ), der Sommerflieder ( Buddleia ), der Sommer - Spierstrauch (Spiraea bumalda) und die Strauchhortensie (Hydrangea paniculata). Dabei muß man sich immer vor Augen halten, das schwächere Triebe stärker zurückzuschneiden sind als die starken. Schwache Triebe werden ganz entfernt. Die Strauchhortensie wird am schönsten, wenn man an jedem einjährigen Trieb nur 1 bis 2 Augen stehenläßt. Der zurückgeschnittene Sommerflieder erhält am besten eine starke Bodenbedeckung aus verrottetem Stallmist, Laub oder Torf, damit er in schneearmen Wintern nicht zu stark zurückfriert.Alte, aber noch brauchbare Rosenpfähle muß man gründlich säubern, weil an ihnen möglicherweise Sporen von Krankheitserregern haften. Die Sporen von Rosenmehltau und anderen Blattkrankheiten haften oft an den Rosenpfählen und gelangen im Frühjahr wieder auf die jungen Triebe und Blätter. Um das zu verhüten, reiben wir die Pfähle mit einem groben Lappen ( Scheuertuch ) sauber ab. Anschließend streicht man sie mit grüner Ölfarbe. Das gibt ihnen auch ein gutes Ansehen. Zum Streichen wählen wir möglichst frostfreies Wetter.Im Keller überwinternde Seerosen müssen von Zeit zu Zeit durchgesehen werden, damit sie nicht vertrocknen und verfaulen. Etwa noch vorhandene abgestorbene Pflanzenreste sind sorgfältig zu entfernen. Zu trocken gewordenes Pflanzsubstrat müssen wir etwas anfeuchten , damit die Wurzelstöcke nicht leiden. Bei jedem frostfreiem Wetter ist der Überwinterungsort zu lüften, damit die Pflanzköpfe nicht vertrocknen. Da auch Mäuse Schaden anrichten können, muß man diesen Schädlingen den Zutritt verwehren bzw. durch Fallen unschädlich machen.Im Stein - und Staudengarten sowie an den Trockenmauern ist laufend zu überprüfen, ob der Winterschutz noch in Ordnung ist. Das ist vorallem wichtig, wenn noch keine Schneedecke liegt und strenges Frostwetter herrscht. Die meist nur aus Fichtenreisig bestehende Schutzdecke sollte dann unbedingt verstärkt werden. Dazu eignet sich im allgemeinen auch recht grober trockener Torf. Er behindert den Luftzutritt zu den Pflanzen nicht, was bei nassem Laub der Fall wäre. Bei mit Reisig behängten Trockenmauern ist auch darauf zu achten, das der Wind das Schutzmaterial nicht weggetragen hat.Bei in exponierten Lagen eingepackten Alpenrosen ( Rhododendron ) ist öfter nachzusehen, ob der Schutz nicht durch den Wind gelitten hat. Die ab Januar häufig auftretenden scharfen Ostwinde können in Verbindung mit der Wintersonne auch an sonst sehr winterfesten Alpenrosensorten wesentlich Schaden anrichten. Er kann abgewendet werden, wenn man dafür sorgt, das der Schutz ständig in Ordnung ist. Es ist auch zu prüfen, ob die im Herbst gegebene Bodendecke stark genug ist.Sobald strenger Frost zu befürchten ist, erhalten die mit Erde geschützten Rosen noch zusätzlich eine Torfdecke, sofern nicht genügend Schnee liegt. Im schneearmen Wintern frieren vor allem die Buschrosen bis auf die angehäufelte Erde zurück, oft sogar noch einige Zentimeter tiefer. Darum ist es besser, Anfang Januar noch eine 10 bis 20 cm starke Torfdecke zu geben. Im Frühjahr arbeitet man den Torf in die Erde zwischen den Rosen ein und hat somit gleich die auch bei Rosen in jedem Jahre notwendige Humusanreicherung des Bodens erledigt.Nach starkem Schneefall ist der auf den Nadelholzbäumen haften geblieben Schnee vorsichtig zu entfernen, damit kein Schneebruch entsteht. Diese Maßnahme ist aber sofort nach dem Schneefall, in schweren Fällen noch während es schneit, durchzuführen. Am besten nimmt man dazu eine Holzharke (Rechen). Mit ihr klopft man leicht von unten her gegen die mit Schnee belasteten Triebe und zwar mit der Rücken - und nicht mit der Zahnseite. Da auch bei immergrünen Gehölzen Schneebruch vorkommen kann (Alpenrosen), muß dorf sinngemäß verfahren werden.Mit Pflanzen besetztes Sumpfbecken erhalten Anfang Januar noch einen Zusatzschutz, wenn sich das nicht duch reichlichen Schneefall erübrigt. Das beste Material dazu ist trockener, recht grober Torf. Er hält große Kälte am besten ab und entspricht dem Pflanzmaterial im Sumpfbecken. Laub eignet sich schlecht, weil es meist naß ist und zu dicht liegt. Darunter leidet die Durchlüftung, was einige Sumpfpflanzen schlecht vertragen.Die Knollen von Dahlien, Gladiolen und Knollenbegonien sind im Laufe des Januars öfters zu kontrollieren, damit keine Verluste auftreten. Dahlienknollen dürfen auf keinen Fall zu feucht liegen, damit der Wurzelhals, an dem im Frühjahr der Austrieb erfolgt, kein Schaden erleidet. Wenn an den Stengelrückständen Schimmel beobachtet wird, ist es höchste Zeit für gute Lüftung des Aufbewahrungsortes zu sorgen. Der Schimmel greift nämlich sehr schnell auf den Wurzelhals über. Außerdem sind die aufgeschichteten Knollen auseinander zu legen. Zu feucht oder zu kalt lagernde Gladiolenknollen leiden sehr oft unter Lagerfäule. Die faulen greifen schnell auf die gesunden Knollen über. Krank erscheinende sind sofort auszulesen und zu vernichten. Die gesunden müssen an einen warmen und recht trockenen Ort gebracht werden. Machen sich bei den Knollenbegonien Anzeichen von Fäulnis bemerkbar, dann ist in der gleichen Weise vorzugehen.Pelargonien, Hängenelken und Fuchsien, die im Keller überwintert werden, sind durchzuputzen. Die genannten Pflanzen verlieren im Winter immer einige Blätter. Diese sind zu entfernen, bevor sie in Fäulnis übergehen und die gesunden sowie die Triebe gefährden.An den Trieben wird vorerst nichts geschnitten. Das Zurückschneiden ist nur bei den nötig, die Faulstellen aufweisen. Der Überwinterungsort ist bei frostfreiem Wetter gut zu duchlüften. Dadurch wird die Fäulnisgefahr wesentlich herabgesetzt.In frostfreien Räumen überwinternde Kübelpflanzen, wie Oleander, Euonymus und ähnliche, müssen auch im Winter ab und zu gegossen werden. Immergrüne Pflanzen, zu denen die erwähnten gehören, verdunsten auch in kühlen Räumen laufend Wasser durch ihre Blätter. Es muß ersetzt werden, wenn die Pflanzen nicht vertrocknen sollen. Mit dem Gießen wartet man jedesmal, bis die Erde in den Kübeln fast trocken ist. Im übrigen ist für gutes Durchlüften des Überwinterungsraumes zu sorgen. In feuchten Räumen tritt an Euonymus sehr leicht Mehltau auf, den man nur durch frische Luft verhindern kann.Wenn bis Anfang Januar noch kein Schnee gefallen ist, sollte man dem Vergißmeinnicht und unter Umständen auch den Stiefmütterchen einen leichten Reisigschutz geben. Das zweijährige Vergißmeinnicht ist an sich winterhart. In schneearmen Wintern friert es aber oft so stark zurück, das die Pflanzen im Frühjahr unansehnlich sind. Dasselbe trifft in manchen Jahren auf die Stiefmütterchen zu, wenn sie etwas zu üppig in den Winter gegangen sind. Mit einer leichten Fichtenreisigdecke sind diese Übel zu verhindern.Alle über Winter im Freien stehenden Nelken und auch die Schneeheide ( Erica carnea ) werden von Kaninchen mit Vorliebe heimgesucht und manchmal vollständig abgefressen. Wenn die Umzäunung des Gartens nicht kaninchensicher gemacht werden kann, muß man die gefährdeten Pflanzen gegen Kaninchenfraß schützen. Das ist zwar eine zeitraubende, aber unbedingt notwendige Arbeit, wenn man seine Nelken und die Schneeheide erhalten will. Das einzige sichere Mittel ist das Umbauen mit Maschendraht. Am besten zieht man ihn als Bogen über die Pflanzenreihen ( Federnelkeneinfassung ). Auch bei einzeln stehenden Pflanzen kann das Verfahren entsprechend angewendet werden. Nur an den Seiten gezogener Maschendraht ist meist kein sicherer Schutz, weil der Draht bei starkem Schneefall leicht zu überwinden ist. |